Seit nun fast einem Jah bin ich im Strukturteam vom Jesus Freaks Konzil und stelle mich der Aufgabe, eine einfache und funktionierende Struktur zu erarbeiten – die dann letzten Endes wirklich dem Netzwerk nützt und nicht Zeit, Kraft und Geldverschwendung ist.
Es ist nicht einfach, sich den Gedanken und Wünschen vom Konzil an die Struktur zu stellen – viele Unterschiede, Bedürfnisse … eben Menschen.
Als Jesus Freaks haben wir in unserer Charta einen wichtigen Punkt mit eingebaut:
Fehler gehören dazu und sind in jedem Lernprozess ganz natürlich. Deswegen wollen wir lernen, mit Fehlern transparent und konstruktiv umzugehen.
Jeder mag die Idee, dass es gut ist Fehler zu machen, dass Fehler eben wirkich dazugehören. Fast alle kennen die Geschichte von Edison, der die Glühbirne erfand (was tausende von Fehlversuchen mit sich brahte) – hier kommt das berümte Zitat her: Es gab keine 10000 Fehlversuche, ich habe 10000 Wege gefunden wie es nicht funktioniert.
Was meine Erfahrung ist mit Fehlern – und warscheinlich 99% der Leute die ich kenne: Es ist ok, dass du Fehler machen könntest und jeder gesteht jedem zu, dass er Fehler machen könnte … doch wenn dann wirklich ein Fehler gemacht wird, ist das Geschrei, die Kritik und „Besserwisserrei“. Nicht umsonst gibt es den Satz, dass „Christen die einzige Armee der Welt sind, die ihre eigenen Verwundeten in den Rücken schiesst“.
Ich erinnere mich noch gut an die ersten Jahre der Freaks in Hamburg. 1994 als langsam die Vion aus Hamburg über Deutschland wegschwappte und überall Leute anfragten, ob wir nicht kommen wollen um irgendwas zu veranstallten. Wir waren fast jedes zweite Wochenende irgendwo in Deutschland unterwegs und fast immer sind dabei Jesus Freaks Gruppen entstanden. Wir hatten einen riesigen Mut zu der Zeit – einen Mut einfach alles zu machen was wir wollen – und wir konnten Fehler machen … und wir haben Fehler gemacht – und es hat Spass gemacht und war ok.
Menschen wurden verletz durch die rauhe Art, wie wir manchmal waren – andere starben an ihren Fehlern – eben falsche Entscheidungen zu treffen … es war elektrizitierend und berauschend … und einfach nur geil. Wir hatten eine Kultur eines unendlichen Glaubens an einen unendlichen Gott. Alles war möglich mit einer Handvoll jungen Menschen, die unsicher in ihrere eigenen Identität die Welt veränderten.
… und Heute? Die letzten Jahre waren von Steinewerfern gekennzeichnet – Leute die besser wussten was Richtig und Falsch ist. Eine Art von Kritik wurde plötzlich salonfähig, die nicht half den Weg zu ändern oder besser weiterzugehen, sondern einfach nur anprangerte.
Was will ich … ich möchte das der Gedanke, den wir in der Charta haben lebendig wird und Jesus Freaks wieder freisetzt, zu träumen und auszuprobieren … ich träume davon das die Leute die sagen „Es könnte doch was passieren und schiefgehen“ mutig werden und sie sich trauen – das sie vertrauen. Klar haben wir einen Kopf zum denken, aber unser denken ist beschränkt. Petrus wäre nach unserem denken niemals auf das Wasser (siehe Mat 14v22-32) rausgegangen – weil der Kopf sagt „geht nicht!“ … und stimmt ja auch, geht nicht – ist gegen das Naturgesetz.
Ich träume davon, dass wir auf Wasser tanzen und alles riskieren, was wir haben. Wir können nichts verlieren – ausser das Leben … dafür aber alles Gewinnen.
So denn … hier eine Rede die ich schon zwei mal gebloggt habe in der Vergangenheit:
Es ist nicht die Kritik, die zählt, auch nicht der Mann, der die Leistung bewertet, sondern der starke Mann, der hingefallen ist. Der Respekt gilt dem Mann in der Arena, dessen Gesicht mit Staub, Schweiß und Blut verschmiert ist. Er kennt am besten den Triumph der hohen Leistung, wenn er versagt, weil er sich den großen Herausforderungen gestellt hat. So wird sein Platz nie neben diesen kalten, scheuen Seelen sein, die niemals weder den Sieg noch die Niederlage kennen werden.